Hilfe, mein Mentee hat kein Ziel

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Hilfe, mein Mentee hat kein Ziel

Kreidezeichnung auf Schiefertafel: Pfeil zeigt auf die Mitte einer Zielscheibe - Ziele erreichen

Was tun, wenn der Mentee keine klaren Karriereziele hat? Es macht das Mentoring viel einfacher, wenn der Mentee genau weiß, wohin er in seiner Karriere gehen will. Das Problem ist, dass viele Mentees – insbesondere in der Anfangsphase ihrer Karriere – nur eine vage Vorstellung von ihren Möglichkeiten haben. Wenn überhaupt.

Die Aufgabe eines Mentors ist nicht, dem Mentee die Karriereplanung abzunehmen. Eines der Ergebnisse eines guten Mentorings ist, dass der Mentee ein tieferes Verständnis seiner Identität und seiner Werte erhält. Dies kann sich auch auf die Berufswahl auswirken. Ein Mentee, der einen zu konkreten Karriereweg im Kopf hat, kann zudem andere vielversprechende Optionen nicht sehen. Die Erfahrung zeigt, dass Menschen, die weniger festgelegt sind, die interessanteren und erfolgreicheren Karrieren haben.

Wie Sie als Mentor Ihrem Mentee helfen können:

  1. Möglichkeiten zum Experimentieren und Erweitern des beruflichen Horizonts schaffen – Wir alle neigen dazu, unsere Stärken im Kontext der uns bekannten Rollen und Strukturen zu sehen. Dennoch können sie oft in vielen anderen Situationen eingesetzt werden. Die Erweiterung des Horizonts erfordert Phantasie, kann aber auch durch Gespräche mit Menschen aus verschiedenen Arbeitswelten unterstützt werden. Der Mentor kann dem Mentee helfen, breitere Netzwerke von Menschen aufzubauen, die unerwartete Einblicke und Perspektiven bieten können.
  2. Beitrag klären – Menschen wollen wissen, wozu sie einen Beitrag leisten können und was ihrer Arbeit einen Sinn gibt.
  3. Aus früheren Berufswünschen lernen – Kam der Wunsch spontan oder aufgrund systematischer Überlegungen auf? Gab es damals Alternativen? Endete der Wunsch in einer Sackgasse oder gab es Lernmöglichkeiten? Hat er viele Zukunftsmöglichkeiten eröffnet, oder war er eine Sackgasse? Wer hat damals Ratschläge gegeben und waren diese gut oder nicht? Was hat der Mentee daraus für die Vorbereitung auf den nächsten Karriereschritt gelernt?
  4. Neudefinition von Erfolg – Das traditionelle Modell von Karriere ist nicht tot, aber morbide. Statussymbole verlieren gegenüber sinnstiftenden Aufgaben und Projekten an Bedeutung. Klären Sie mit Ihrem Mentee, was wichtig ist:
    1. Einkommen
    2. Lerngeschwindigkeit
    3. Art und Umfang von Projekten
    4. Karrierefortschritt
    5. Arbeitszufriedenheit

Entscheidend ist, dass der Mentee seine eigenen Maßstab für Karriere definiert. Das hilft, sich vom Fluch des sozialen Vergleichs zu befreien. Menschen zwingen sich oft in Jobs, um mit anderen mitzuhalten. Ein personalisiertes Konzept der beruflichen Entwicklung ermöglicht es, von solchen Vergleichen Abstand zu nehmen. Es erlaubt uns auch, das Potenzial einer horizontalen gegenüber einer vertikalen Karriere zu erkennen. Aus Studien wissen wir, dass viele erfolgreiche Karrieren darin bestehen, sich zwischen Generalisten-, Fach- und Beratungsaufgaben (intern oder extern) hin- und herzubewegen. Vertikale Bewegungen innerhalb eines Silos sind nicht immer die effektivsten.

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