Digitalisierung macht auch vor Mentoring nicht halt

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Digitalisierung macht auch vor Mentoring nicht halt

Kreidezeichnung auf Schiefertafel: Zwei Köpfe in Seitenansicht, im Hintergrund befinden sich Reihen von Nullen und Einsen als Zeichen der Digitalisierung im Mentoring

Beziehungen zwischen Menschen kann man nicht digitalisieren – diesen Satz hört man in den Personalabteilungen vieler deutscher Unternehmen immer wieder. So richtig diese Aussage auf der einen Seite ist, so falsch sieht sie beim Blick auf die Realität aus.

 

Richtig ist, dass Menschen ihre Beziehungen aus der realen Welt nicht vollständig digitalisieren wollen. Dafür sind wir alle zu sehr soziale Wesen. Andererseits führen wir Beziehungen zu manchen Menschen über mehrere Jahre, ohne sie jemals getroffen zu haben.

 

Wie sieht die Digitalisierung nun im Mentoring aus?

 

Die Beziehung zwischen Mentor und Mentee ist eine höchst vertrauensvolle. Sie erfordert auf beiden Seiten große Sensibilität und Fingerspitzengefühl. Die Chemie sollte schon nach einem ersten Treffen stimmen, damit das Tandem gemeinsam zum Erfolg kommt. Die persönlichen Treffen finden in der Regel in einem geschützten Raum statt. Viele dieser Punkte sprechen gegen eine Digitalisierung im Mentoring.

 

Klassische Mentoring-Angebote finden heutzutage – vor allem in Unternehmen – noch immer offline statt. Ein Blick in die USA und mittlerweile auch nach Deutschland zeigt jedoch, dass es zunehmend digitale Mentoring-Angebote gibt. Unternehmensunabhängige Plattformen vermitteln Mentoren für alle möglichen Herausforderungen in Beruf und Alltag.

 

Was sind die Vorteile digitaler Mentoring-Angebote?

 

Der erste Vorteil eines digitalen Mentorings liegt im Angebot. Online ist die Zahl der Mentoren und Mentees fast unbegrenzt. Damit sollte für jeden Mentee der passende Mentor zu finden sein.

 

Der zweite Vorteil findet sich im Matching. Bei Offline-Programmen wird der passende Mentor für einen Mentee häufig händisch gesucht. Online unterstützen hier Algorithmen, die auf Basis der Profile und ausgeklügelten Mechanismen den passenden Mentor aus einer großen Zahl von Profilen ermitteln können. Das garantiert nicht, dass die Personen passen und die Chemie stimmt – erhöht aber die Wahrscheinlichkeit.

 

Der dritte Vorteil von Online-Programmen liegt in der Unterstützung des Mentoring-Prozesses an sich. Dieser lässt sich digital optimal abbilden und unterstützt nicht nur das Tandem in seiner Beziehung, sondern macht auch die Evaluation – Merkmal jedes guten Programms – einfacher.

 

Der vierte Vorteil sind die zusätzlichen Medien, die sich online nutzen lassen: Chats, Videokonferenzen, etc. machen das Mentoring ortsunabhängig. Mentoren sind in der Regel vielbeschäftigte Menschen mit einem vollen Terminkalender. Ihnen kommt es entgegen, wenn sie sich mit ihrem Mentee von welchem Ort auch immer virtuell treffen können. Mentor und Mentee können sich zudem virtuell häufiger treffen als persönlich. Es ist einfacher und weniger zeitaufwändig, eine Videokonferenz zu organisieren, als ein persönliches Treffen zu arrangieren und durchzuführen.

 

Der fünfte und letzte Vorteil liegt in der Zeit nach dem eigentliche Mentoring. Eine Mentoring-Beziehung sollte ein Ende haben. Die Erfahrung zeigt aber, dass Mentor und Mentee auch nach dem Erreichen ihrer Ziele noch Kontakt haben. Auch hier erleichtern soziale Netzwerke es, im Kontakt zu bleiben.

 

Fazit:

Auch das Mentoring wird digitaler – und das ist gut so. Die Vorteile überwiegen bei weitem die Nachteile. Wie immer gilt: Die Mischung macht’s!

 

Dieser Beitrag erschien im Rahmen der Blogparade vom Unterwegs-Blog der Otto-Group zum Thema „Digitalisierung: Was passiert da gerade eigentlich?“.

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