Erstmals Mentorin – und das ausschließlich digital!

Kreidezeichnung auf Schiefertafel: Zwei Köpfe in Seitenansicht schauen sich an
Der ideale Mentor
21. August 2018
Kreidezeichnung auf Schiefertafel: Smiley als Symbol für Glück und Erfolg
Der ideale Mentee
3. September 2018

Erstmals Mentorin – und das ausschließlich digital!

Foto: Mitautorin und Mitherausgeberin Manuela Seubert des Buches Mentoring - Wissenswertes und Persönliches

Im Folgenden lesen Sie aus unserem kostenfreien Buch Mentoring – Wissenswertes und Persönliches den Erfahrungsbericht von Manuela Seubert, in dem sie u. a. beschreibt, warum sie gern ehrenamtlich Mentor ist und warum sie digitales Mentoring schätzt.


Deutschland ist beim Mentoring noch ein Azubi. So ist es kein Wunder, dass ich persönlich mit Mentoring spät in Berührung gekommen bin. Ich lernte es weder in der Schule, noch an der Uni als auch nicht in den Unternehmen, in denen ich gearbeitet habe, kennen. Jetzt im Nachhinein bedaure ich dies als 50-Jährige sehr. Ein Mentor hätte mir in der ein oder anderen Situation als Angestellte wirklich gut getan.

Von der Mythologie …

Als Lateinschülerin kannte ich Mentor natürlich als den väterlichen Freund von Telemachos, den Sohn des Odysseus – Homers Odyssee legte also den Keim zum Mentoring als Persönlichkeitsentwicklung. Später las ich gern Biografien und Artikel über erfolgreiche Unternehmern oder herausragende Manager: Bill Gates nennt Warren Buffet als Mentor, Steve Jobs unterstützte Mark Zuckerberg – um nur zwei berühmte Mentoring-Tandems zu nennen. Meine erste Berührung mit Mentoring war also eher theoretisches Wissen als praktische Erfahrung.

Das änderte sich vor gut zwei Jahren, als ich auf mein freiberufliches Unternehmertum einen Blick von außen benötigte. Ich brauchte einen Sparringspartner, der mir an einer bestimmten Stelle den Knoten in meinem Hirn helfen sollte zu lösen. Was ich zunächst als ein längeres Meeting mit gemeinsamen Brainstorming und Feedback geplant hatte, verwandelte sich in eine Mentoring-Beziehung. Ich war plötzlich Mentee und kam in den Genuss, über einen längeren Zeitraum von Grund auf hinterfragt und an einigen Stellen aus meiner Komfortzone geschubst zu werden. Mein Blick auf das Netzwerken und eigene Vortragstätigkeit änderte sich noch einmal grundlegend.

…hin zur digitalen Vermittlungsplattform

Als mein Freund und Herausgeber dieses Buches, Thomas Zimmerling, die Plattform DKM – Die Karrieremacher zur Vermittlung von Mentoren und Mentees gründete, registrierte ich mich dort als Mentorin. Ja, ich gebe es zu: mit gemischten Gefühlen. Würde sich ein Mentee mit einer Einzelunternehmerin in der Kleinstadt Limburg einlassen – egal welche Erfahrungen eines erfolgreichen beruflichen Lebens ich vorweisen kann? Wie viel Zeit wird mich dies kosten? Kann ich überhaupt den Erwartungen eines Mentees standhalten? Welchen Mensch wird der Algorithmus mit mir zusammenbringen? Trotz dieser Bedenken und Fragen wollte ich das Mentor-sein erstmals wagen.

Kaum bei DKM registriert, interessierte sich Ida für mich. Ida ist eine junge Dänin, die ihre Karriere im Kommunikationsbereich beginnt. Mittlerweile sind wir ein ¾-Jahr ein Tandem – ein besonderes Tandem. Wir wurden digital gematcht, treffen uns ausschließlich digital über Skype und nutzen Cloud-Services, um an Idas Dokumenten zu arbeiten. Über unsere digitale, jedoch für uns sehr reale und persönliche Mentoring-Beziehung im Rahmen des formalen Karrieremacher-Mentoring-Programms haben wir beide bereits in einem gemeinsamen Podcast geplaudert.

Noch sind Ida und ich ein Tandem, und ich genieße es in vollen Zügen. Rein organisatorisch kommt unser digitales Mentoring meiner freiberuflichen Arbeitsweise entgegen. Bei meiner Beratungstätigkeit gibt es Kunden, die ich noch nie persönlich getroffen habe und mit denen ich sehr vertrauensvoll ausschließlich digital oder über Telefon zusammenarbeite. Warum sollte das nicht beim Mentoring klappen? Meine Mentee Ida – zunächst in Berlin und mittlerweile wieder in Dänemark wohnhaft – hatte in dieser Hinsicht von Beginn an keine Bedenken, als ich es bei unserem ersten Skype-Treffen ansprach. Unsere Vertrautheit basiert trotz digitaler Skype-Distanz und einer damit einhergehenden zweidimensionalen Reduktion unserer Persönlichkeit auf unserer Offenheit und dem Matching-Algorithmus der Karrieremacher, der bei uns ins Schwarze traf.

Was ich meinem Mentee bieten kann

Besonders gefällt mir in meiner ersten Rolle als Mentorin, dass ich bei meiner Mentee sehe, wie sie sich in dieser Zeit entwickelt, Fragen annimmt und damit arbeitet, daraus ihre Schlüsse, neue Stärken und Selbstvertrauen zieht, eigene Lösungen erarbeitet und mit mir durchspricht sowie an ihren Zielen trotz unvorhersehbarer Hindernisse dranbleibt. Solche Entwicklungsschritte kann man normalerweise nur bei Eltern-Kind-Beziehungen erleben; im Mentoring ist dies auch in einem beruflichen Umfeld erfahrbar – ein beglückendes Gefühl, wenn man an Weitergabe von Erfahrungen und 1:1-Beziehungen wirkliches Interesse hat.

In vielen Dingen bin ich ein sehr gut organisierter und strukturiert denkender Mensch mit Vorliebe für Analysen und gründliche Recherchen. Ich denke, dieses planvolle Vorgehen und Betrachten von Prozessen mit all seinen Vor- und Nachteilen ist etwas, was ich Mentees für deren beruflichen Weg mitgeben kann. Bei aller Nüchternheit ist mir beim Mentoring persönliche Nähe, Empathie, Kritikfähigkeit, Engagement und Spaß wichtig. Humor ist nicht selten der Schlüssel zum Erfolg und zum Herzen des Gegenübers.

Warum ich gern Mentorin bin

Ich bin gern Mentorin und habe in meinem Blog über meine Gründe bereits ausführlich geschrieben. 3 der 8 Gründe für mein digitales Mentoring-Engagement möchte ich herausheben:

  • Digitale Mentoring-Programme sind zutiefst demokratisch und zeigen im digital-aversen Deutschland einmal die positive Seite der Digitalisierung auf.
  • Als Solo-Selbstständige kann ich mich digital ohne großen eigenen Zeitaufwand als Mentorin vermitteln lassen.
  • Ich bin erneut dankbar für die Erfahrungen, die ich machen durfte. Mir werden wieder eigene Fähigkeiten bewusst, wenn ich merke, dass selbst Kleinigkeiten aus meinem Erfahrungsschatz meinem Mentee extrem weiterhelfen.

Kurz und knapp: Mentorin zu sein ist eine erfüllende, ehrenamtliche Tätigkeit. Ich möchte diese schon nach meinem ersten, noch laufenden Einsatz nicht mehr missen. Es ist bereichernd, einem Menschen beruflich weiterzuhelfen und dabei selbst viel zu lernen und mitzunehmen.

 

Portraitfoto: Mentorin und Mitherausgeberin Manuela Seubert

Über Manuela Seubert

Manuela Seubert ist diplomierte Wirtschaftswissenschaftlerin mit Schwerpunkt Marketing. Als Beraterin für Kommunikation und Marken unterstützt sie ihre Kunden mit überraschenden Analysen und wirkungsvollen Konzepten dabei, deren Kommunikation- und Markenauftritt strategisch in Online- und Offline-Medien auszurichten. Als PR-Fachfrau macht sie für Mittelstand und Gründer Presse- und Kommunikationsarbeit, als Textprofi überarbeitet sie bestehende (Web-)Texte oder erstellt neue, als Sparringspartner steht sie zu den Themen Kommunikationsstrategie, besser Schreiben im Beruf, Bloggen und Social Media zur Verfügung. Ihr Wissen teilt sie auch in Workshops, Schulungen und Vorträgen.

 

 

 


Fordern Sie jetzt kostenfrei unser Buch Mentoring – Wissenswertes und Persönliches an!
Darin lesen Sie Wissenswertes, Tipps und Tricks rund um Mentoring.
Enthalten sind u. a. dieser Erfahrungsbericht von Manuela Seubert oder jene von Lena Neumann und Peter Diekmann.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.