Mache Mentoring zu einer täglichen Gewohnheit

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Mache Mentoring zu einer täglichen Gewohnheit

Kreidezeichnung auf Schiefertafel: zirkulierender Kreis mit Wort "Gewohnheiten"

Wir denken von einem Treffen im Rahmen einer Mentoring-Beziehung immer, dass es sich um eine besondere Zeit handelt, in der sich Mentor wie Mentee gut vorbereitet einer bestimmten Frage widmen und in dieser Zeit das Handy eine Weile ausgeschaltet lassen. Manchmal ist die Erwartung sogar, dass der Mentor dem Mentee die ungeschriebenen Gesetze des Berufslebens alle auf einen Schlag enthüllt. Es gilt also für den Mentee, kein Wort des Mentors zu verpassen. Das ist ein wenig überzeichnet dargestellt, aber durchaus nicht fern der Realität. Die Treffen zwischen Mentor und Mentee haben sicher einen großen Wert. Betrachtet man Mentoring jedoch als Mindset, öffnen sich neue Perspektiven. Dann ist Mentoring nämlich nicht nur eine Reihe sporadischer Treffen, welche die nächste Karriereentscheidung vorbereiten. Wer sich die Geisteshaltung im Mentoring auch im Alltag zu eigen macht, kann viel gewinnen.

Wie kann das aussehen? Kennen Sie das: Ihr Chef trifft eine Entscheidung, die Sie total überrascht und erst einmal vollkommen unverständlich ist, weil vielleicht auch die Erklärung fehlt. In solchen Situationen fragt sich jeder sofort, ob es angemessen ist, Rückfragen zu stellen. In den meisten Fällen – außer beispielsweise sicherheitsrelevanten oder zeitkritischen Themen – rate ich dazu, unbedingt Fragen zu stellen.

Wer seine Führungskraft dazu bringt, seine Überlegungen und Denkprozesse sowie den strategischen Kontext transparent zu machen, durchläuft ein Mentoring in Echtzeit. Am Ende kann dabei herauskommen, dass man seinem Chef zustimmt oder nicht; aber das spielt keine Rolle. Die Fragen erlauben einem, ein Problem so zu durchdenken, als wäre man selbst der Entscheider. Die dadurch gewonnenen Erfahrungen sind wertvoll für die Zeit, in der man vielleicht selbst Führungskraft ist.

Umgekehrt mögen es gute Vorgesetzte, wenn das Interesse ihrer Mitarbeiter so groß ist, dass sie Fragen stellen und ggf. auch auf einer Meta-Ebene klar machen, warum sie das tun: um von einem Rollen-Vorbild zu lernen. Sie sollten ihrem Team sagen, dass sie Fragens schätzen und offen darauf eingehen werden. Das fördert das Verständnis und letztlich auch das Engagement und damit die Qualität der Arbeitsergebnisse.

In diesem Sinne ist Mentoring dann eine alltägliche Geisteshaltung, von der Mentor und Mentee, Vorgesetzte und Mitarbeiter profitieren können.

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