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Rezension: Mutig führen

Mit „Mutig führen – Wie Sie in Ihrem Unternehmen die Lust auf Verantwortung wecken“ haben Ulla Domke und J. Martin Granica ein Buch vorgelegt, das in einem ungewöhnlichen Querformat daher kommt und aufgrund der Vielzahl von Illustrationen Assoziationen an ein Kinderbuch weckt. Aber weit gefehlt – wer sich für das Thema zeitgemäße Führung interessiert, wird eine kurzweilige und anregende Lektüre haben.

Das Buch ist übersichtlich gegliedert was den Satz, die Typo und auch Hervorhebungen angeht. Es liest sich gut und beinhaltet viele Wahrheiten, die für das heutige Wirtschaftsleben selbstverständlich klingen, aber leider nicht umgesetzt werden. Das ist traurig – weniger für die Autoren als für die Adressaten ihres Werks. Die beiden finden eine klare Sprache – vor allem an die Adresse aller Bremser und Bedenkenträger gerichtet.

Was mir gefallen hat: Die wichtigsten Begriffe haben Domke und Granica definiert. Sie werfen nicht mit Buzzwords um sich. Und die Definitionen wirken nicht aufgesetzt und übertrieben, sondern vernünftig. Die Illustrationen von Michael Hüter finden sich auf fast jeder Seite und passen ganz wunderbar zum Inhalt des jeweiligen Textes. Als Leser wird man der Betrachtung nicht müde.

Die zentrale Forderung von Domke und Granica lautet, dass es Mut für eine andere Art der Zusammenarbeit braucht. Dabei legen Sie den Fokus auf Kommunikation, Werte und Verantwortung in einem Unternehmen. Zwar legen sie Wert darauf, dass die im Buch aufgeführten Prinzipien für alle Organisationen gleich sein sollten, nicht jedoch ihre Umsetzung. Die beiden Autoren sehen die Kommunikationskultur als Treiber (oder Hemmschuh) der Veränderung, denn Unternehmen bestehen aus Kommunikation. Ohne Kommunikation kein Unternehmen. Was in den Köpfen der Mitarbeiter bleibt, ist für die Organisation wertlos. Den Mund aufzumachen heißt für Mitarbeiter jedoch, sich angreifbar zu machen und Mut zu zeigen. Eine gute Führungskraft sollte das fördern. Sie muss respektvoll, höflich, sachorientiert, vertrauensvoll und freundlich nachfragend sein. Sie sollte dem Mitarbeiter einen Rahmen bieten, den dieser für Gestaltung und Entscheidung zur Verfügung hat. Das gibt Sicherheit und Raum für Anerkennung und Wertschätzung. Die Rolle der Führungskraft ist die eines Moderators. Überhaupt plädieren Domke und Granica für Rollen statt Stellenbeschreibungen. So wird aus der Assistenz der Geschäftsführung beim Empfang externer Gäste vielleicht eher eine Gastgeberin. Weg von der Aufgabe, hin zur Verantwortung – in diesem Kontext zur guten Gastgeberin. Die Fremdkontrolle wird geschwächt, die Selbstkontrolle gestärkt.

Auch wenn der Titel es vermuten lässt, finden sich im Buch weniger die Methoden als die Wege hin zu einem Unternehmen, in dem die Mitarbeiter Mut zur Verantwortung haben. Mir haben sie nicht gefehlt – im Gegenteil. Wichtig ist die Erkenntnis, dass die besten Unternehmen ihren Mitarbeitern einen Sinn anbieten – und nicht nur Geld. Fazit: Lesen!

3 Kommentare

  1. Hallo Herr Zimmerling,
    herzlichen Dank für die freundliche Besprechung!
    J. Martin Granica
    PS: …. nicht Garcia 😉

  2. Sehr gerne. Den Typo habe ich geändert – Entschuldigung!

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